Lesemüde, der Sprache & des Denkens müde ;-)

Paul Valery sagte bereits Anfang des 20. Jahrhunderts in seinem von mir hoch geschätzten Werk “Zur Theorie der Dichtkunst”,  dass wir mit der Verwendung von Verkürzungen und Symbolen vorsichtig sein sollten. Vorsichtig im Grunde deshalb, da wir unsere Gedankenwelt und das Universum unseres Verstandes mit eben jener sprachlichen Reduktion beschneiden:

“Heutzutage ist dieses Wohlgefallen (am Sprechen) der Eile gewichen; unser Wort ist kaum noch etwas anderes als eine rasche Bezeichnung, die so nackt und schnell faßlich wie möglich sein muß.  Noch einen kleinen Schritt weiter, und wir werden nur noch in Anfangsbuchstaben reden. Übrigens ist die Arbeit der Abfassung eines Telegramms in dieser Hinsicht sehr lehrreich, und auch das Telefon ist keineswegs ein Instrument schöner Sprache.”

Paul Valery

Wenn hier Paul Valery “schöne Sprache” fordert, dann in dem Sinne der Erweiterung der geistigen Spannweite und der Vermeidung von Selbstzensur.

Nun bin ich notorisch bekannt dafür Overselling, Information overflow und Sprachüberflutung zu betreiben.

Diese Überladung, die mein Gegenüber manchmal spürt, ist Ausdruck meines Versuchs sich nicht mit dem scheinbaren Konsens ohne verstehen zufrieden zu geben.

Wie wollen wir komplexe Sachverhalte in reduzierten Symbolen, Logos, Aphorismen und Buzzwords vermitteln?

So können wir uns einen Baum vorstellen.

Aber der Schein des Verstehens weicht in dem Moment wo wir uns Fragen, hat sich unser Zuhörer nun einen Bonsai, einen Laub- oder Entscheidungsbaum vorgestellt.

Die Folienpräsentation im Fahrstuhl kann nicht mehr als Interesse wecken und uns psychologisch geschickt Vertrautheit suggerieren.

Die Arbeit beginnt erst dort, in der Unterscheidung von Schein und Sein. Wenn Sie bereit sind sich der Herausforderung zu stellen, die es bedeutet echte Information zu erhalten, kontaktieren Sie aevermann.com.

Carsten Aevermann